Siena – Kultur pur

24.05.2018
Eine anderthalb stündige Zugfahrt brachte uns nach Siena und mit Christians Charme ward das Reisegepäck am Bahnhofskiosk in Verwahrung gebracht.
So konnten wir uns mit dem Hansgepäck per Stadtbus in die auf einem Hügfel liegende mittelalterliche Altstadt begeben.
Ich weiß nicht, wie es den Anderen ging, aber Siena war noch überwältigender als Florenz. Man hatte  das Gefühl,  durch eine Kulisse einer mittelalterlichen Stadt zu gehen. Auf dem Piazza …..konnte man sich das Pferdegetrappel und die begeistert jubelnde Menge beim alljährlichen Pferderennen bildlich und nahhaft vorstellen.

Der Dom von Siena war sowohl äußerlich als auch im Innern umwerfend. Allein schon die Farbenvielfalt, die plastisch wirkenden Wandgemälde und die vielfältigen Bodenmosaike hinterließen einen bleibenden Einduck. Der seinerzeit geplante und angefangene Bau des großen Seitenschiffes hinterlassen die glückliche Vorstellung , wie wahnsinnig überschätzend sich das mittelalterliche Italien sich für den Nabel der Welt hielt – um gleichzeitig einen Papst nach dem anderen zum hohen Amt zu bestellen.

Natürlich rundete ein Espresso und ein Cappuccino den Nachmittag ab, bevor wir im bäuerlichen Genossenschaftsladen Spezialitäten aus der Toskana wie z.B. getrockneten Schinken, italienische Salami und eingelegte Oliven erwarben.

Anschließend fuhren wir mit dem Bus zurück zum Bahnhof und bestiegen den Zug nach Asciano. „Das sei ein Städtchen, von dem die Welt nichts wusste… und das von der Welt nichts wusste!“ meinte unser Reiseleiter treffend.
Dazu passte, dass das Hotel uns kulturmüden Pilgerer so gar nicht auf der Pfanne hatte. Glücklicherweise waren die Zimmer frei und nach vielen rituell gewechselten Worten war klar, dass  wir das versprochene opulente abendliche Mahl in einem anderen Restorante in dem Städtzchen einnehmen müssten.
Der in den Fels gehauene Pool kühlte uns ab und wir führten im Garten unter dem Sonnensegel unsere ausführliche Vorstellungsrunde durch.

14.000 Schritte 

Florenz – Das Tor zum Pilgerweg

23.05.-24.04.2018
Wir lernen das Staunen!

Die Hinreise gestaltete sich ein wenig zeitkritisch. Bis zu unserem Abflugfsort Frankfurt hatte ich die Anreise mit dwr Deutsche Bahn beris am 07.01. gebucht. Weil die Preisdifferenz so gering war sogar gleich 1. Klasse  (für 2 Pers. H. u.R. 143 €). Unseren Treffpunkt mit der Pilgergruppe bekamen wir etwas später und sollten ihn 14:30 erreichen. Leider erzeugten eim medizinischer Notfall im ICE und 2 Sìgnalstörungen eine 30minütige Verspätung und die Suche nach einem neuen Anschluss in Frankfurt Hbf. Auf Anreisealternativen nach Florenz konnten wir gflücklicherweise verzichten: Christian,  unser pastorale Reiseleiter, hatte genug Reserve eingeplant.

Nach dem digitalen Checkin und dem Bording auf einer mit dem Bus erreichbaren Aussenstation verzögert sich uns Abflug wegen einer Unwetterwahrnung um Frankfurt.

Der Flug verlief unspektakulär und wunderbar schön über den Wolken. Dagegen war die Landung und die Ankunft in Florenz  sowie der Bustransfer in die Innenstadt schon italienisch. Ebenso wirkte das Hotel und de anschließende Pizza.
Dafür war der mitternächtliche Spaziergang durch die Innenstadt, vorbei an den Kathedralen, mit Blick in die belebten Hinterhöfe, durch menschendurchflutete Straßen und Piazzen bis zur mittelalterlichen Arnobrücke.

Nach der Nachtruhe ein vergleichsweise gehaltvolles Frühstück, eine Morgenandacht in einer der vielen Marienkirchen und eine professionelle Stadtführung mit Christia durch beeindruckende Altstadt.

7.000 Schritte 

Ab ins Winterlager

13.08 .-16.08.

Der Rest des Sonntags blieb für das Abriggen, Wegsortieren und das anschließende Verholen der Havet zu einem Kranplatz.

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Außerdem habe ich noch einfaches Bauholz gekauft, um die neue Plane geschickt zu befestigen. Gute Holzpreise hier!

Am Montag früh sollte es losgehen, doch von Sven oder Lasse keine Spur. Kurz nach halb zehn habe ich dann doch angerufen. Sven fragte mich, ob es denn wirklich heute sein müsste … ja wann denn sonst?

Dannn waren sie aber innerhalb einer halben Stunde da, haben den Mast gezogen (darf man aus Arbeitsschutzgründen nicht mehr selber machen) und dann die Havet aus dem Wasser gehoben und abgespritzt. 

Sah alles gut aus. Das Unterwasserschiff war okay. Kaum Schleim. Wenig Rost am Gußkiel.

Anschließend zum Winterlagerplatz und aufgebockt und die Feinreinigung mit Wasser konnte losgehen. Dann noch angeschliffen und Abends in Vaxholm essen gewesen.

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Der Dienstagmorgen begann früh.  Antifouling streichen, Mast sortieren, Rumpf polieren, Planengestell bauen, Aufräumen von links nach rechts, von vorn nach hinten und jeweils umgekehrt.

Abends war ich dann auf Tullholmen Duschen, bevor ich auch Schlauchi weggepackt habe. 

Bis Sonnenuntergang durchgerackert bin ich todmüde in die Koje gekrochen.

Am nächsten Tag nach einer kurzen Schleife (hatte vergessen die Lebensmittelkiste auszuräumen – zum Glück fiel es mir nach 24 km ein!!!) konnte ich gegen 8:30 die Heimreise antreten und nach der obligatorischen Pause beim Räucherlachs die Fähre erreichen, Dänemark queren und das letzte maritime Feeling auf der Vogelfluglinie ausklingen lassen.

GOOD BYE SUMMERSAILING 2017!!

Zweiter Urlaub: Blåbärchillen und schwarze Schafe

07.08.-13.08.2017
Es kann nicht andes sein. Unsere nächster Urlaubsabschnitt beginnt auf dem wunderschön Träskö Storö mit 2 Übernachtungen. Dabei werden der Naturstig und die umliegenden hohen Felseninseln ebenso erkundet wie ausgiebig gebadet und sauniert. Zudem stellen wir fest, dass die Blaubeeren überreif und süß und sehr zahlreich sind.

Wir halten uns daran, dass im Naturreservat nur Liegezeiten von 48 h erlaubt sind. Zwar haben wir uns nach einem Tag zu einem nach SO geschützten Felsliegeplatz verholt, aber nach dem obligatorischen Bad in der Ostsee und dem Frühstück wollen wir neue Inseln erkunden.

Wir segeln nach Husarö. Nehmen dort Strom, ein wenig Gemüse, essen ein Eis und besuchen das Lotsenmuseum. So gelingt es uns auch dank der feundlichen Hilfe der Museumsverantwortlichen, unsere 5l-Kanister mit frischem Trinkwasser zu füllen. Geld, Wasser und Energie vermögen unseren Schärenaufenthalt begrenzen.
Wir motoren knapp 2sm nach Stora Jolpan besser bekannt als Paradiset.
Die Bucht ist weiterhin ein Magnet bei in- und ausländischen Schärenfreunden, obwohl man am kräftig erweiterten Holzsteg bereits ab 150 SEK Liegegebühr (zuzgl. Strom) vor Heckanker bezahlt.
In der Bucht habe ich Kontakte mit 2 dt. Seglern aus Kiel, jedoch hat keiner von Beiden die Ostsee gerundet.
Leider sind wir des Morgens auf der Schattenseite des Inselwaldes und der SW drückt von der Seite auf die HAVET.  Also nicht’s wie los nach Lökaö, wo eine neue Sauna gebaut wurde.

Die östliche Bucht von Lökaö ist zu Mittag schon gut besucht. Unser Felsliegemanöver gestaltet sich als schwierig. Der Kiel berührt den Grund während es vom Bug mehr als anderthalb Schritte zum Fels sind.
Fazit: Nicht wir waren zu blöd – Nein es ging einfach zu flach rein! Nach uns haben das noch ein halbes Dutzend weiterer Segler gemerkt. Das konnten wir dann gemūtlich beobachten, als wir schon in der Mitte der Bucht ankerten. So heißt es treffend Hafenkino bieten – Hafenkino erleben. Selbst 2 Freiankerer gaben reichlich verkrautet auf.

Wir unternehmen eine schöne Wanderung durch eine mitteilsame Schafherde zur Nordbucht; auch scharze Schafe waren darunter, die aber nicht anders blöken als ihre weniger dunkelhäutigen Artgenossen. Beim Weg durch den gespenstischen Märchenwald haben wir wieder wunderbar sonnengereifte Blaubeeren genascht.
Anschließend können wir die nagelneue Sauna ausprobieren (den Tip hatten wir übrigens von schwedischen Bastureparateuren von Björskärr) und sind ausgiebig geschwommen.

Der Anker hat über Nacht wunderbar gehalten. Kein Krautbatzen daran.  Gegen 10:30 verlssen wir die schöne Bucht, motoren an Moja vorbei und setzen Segel.


Bei S5 geht es mit über 6kn und dem Schlauchboit im Schlepp durch die Schärenwelt. Bereits um 13:00 haben wir einen nach Süden und Westen geschützten Felsliegeplatz an der Nordseite von yyy.
Mit Schlauchi fahren wir zum Kaffeetrinken, Eisessen und Einkaufen nach zum nächsten öffentlichen Anleger, baden ausgiebig und verzehren den letzten Räucherlachs auf Schüttelbrot.

Am Samstagmorgen motoren wir bei bedecktem Himmel und null Wind nach Vaxholm, um uns einen letzten Touristentag zu gönnen und die Bordkarte für Steffi auszudrucken. Dabei merken wir, das Gästeboote im Schärengarten sehr rar geworden sind. Die schwedischen Sommerferien dauern nur noch eine Woche an (und das seit 12.06.).
Den Abschiedskaffee in Vaxholm erleben wir mit dem schwedisch-schwäbischen Zahnarztpaar Henrik Forsgren und Frau sowie dt. Zufallsbekannten (seit’96 als Ingenieur und Lehrerin in Stockholm) bei lecker Kuchen und interessanten Gesprächen.

Am Sonntag folgt der Abflug und die Winterarbeiten beginnen.

Tschüß Urlaub.

Erster Stockholm-Urlaub vom Sabbatical


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30.07.-06.08.2017
Eine 1000km Autofahrt über die Vogelfluglinie, durch Dänemark, Helsingör-Helsingborg und auf schwedischen Autobahnen läuten die erste Sommerurlaubsetappe ein. Wir finden die HAVET wohlbehalten vor, verlegen aber von der industriell gelegenen Werft zum mondänen Stadthafen Vaxholm. Ein Pizzaschmaus rundet den Sonntagabend ab.

Den eigentlichen Schärenurlaub mit den Mädels (meiner Frau Steffi, meiner Tochter Hannah und ihrer Freundin Laura) begann im wunderschönen Träskõ-Storö-Archipel, der längst kein Geheimtipp mehr ist. So finden wir lediglich einen Ankerplatz in der Mitte der Bucht und mussten zur Sauna, zum TC und zur Müllentsorgung das Schlauchboot benutzen und uns zudem durch eine Schafherde kämpfen.

Anderntags füllten wir auf Moja-Langvik unsere Vorräte u.a. an Trinkwasser auf und entschlossen uns dann doch – statt in die freie Schärenwelt – nach Sandhamn-Lökholmen zu motoren. Dort setzen wir in das mondöne Sandhamn über und gönnen uns ein schönes Abendessen zum 4. Hochzeitstag.

Die bereits in den rundgenuckelten Außenschären liegende Insel Björskärr heisst unser nächstes Ziel. Auf dem Weg dahin liefern wir uns eine Regatta auf Tuchfühlung mit einer schwedischen Hallberg-Rassy, die dann hinter uns nach Svenska-Högana abdreht.
Seit Träskö Storö schleppen wir übrigens einen Holzvorrat im Schlauchboot mit uns, um uns den Saunazutritt (genau genommen Bastuzutritt) auf der baumarmen Insel zu „erkaufen“.

Leider sieht es zunächst  nicht danach aus, da ein Teil des Daches der Holzofensauna am Vormittag abgebrannt ist.
Glücklicherweise finden sich einige handwerklich begabte Bastuenthusiasten und wir können uns zwischen mehreren Regenschauern wunderbar aufwärmen und im kühlen Ostseewasser wieder abkühlen.

Das nächste Ziel heisst Stockholm. Wir nutzen dazu als Absprunghafen die Insel Tullholmen des „Nautiska Klubben“ bei Resarö, die Strom, Dusche und Wasser für einen guten Preis (200 SEK) für uns parat hat.

Stockholm erreichen wir so bereits Freitagmittag und machen für 400 SEK im Navishamn am Fuße der Italienischen Botschaft fest, um dann mit der Tram ins Stadtzentrum zu fahren. Die nächsten Stunden ist Shoppen durch die Altstadt angesagt. Dabei habe ich das alles sagende Motto-T-Shirt meiner Reise gefunden.

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Auch wird ein gebührender Blick auf das Slot und den Rigsdag geworfen, bevor es mit einer der Abendfähren wieder zurück zum Djurgarden/Tivoli geht.


Die Nacht nutzen wir zum Waschewaschen und -trocknen, so dass wir nach dem Frühstück am Samstagvorrmittag noch das Vasamuseum besichtigen. Das überrascht uns mit vielen neuen Detailsausstellungen. In der riesigen Klimaanlage für das historische Schiffswrack war es dieses Jahr wärmer als draußen.

Die Nacht zum Samstag verbringen wir wieder auf Tullholmen, heisst es doch für Hannah und Laura am Sonntag Schluss mit dem Urlaub und Abflug von Arlanda nach Tegel.


Steffi und ich nutzen den verregneten Sonntag für einen Ausflug in die Universitätsstadt Uppsala. Wir besuchen den Dom, ein studentisches Cafe in der Altstadt, das Schloss, die Universität….

Unsere Eindrücke habe ich unsern Kindern wie folgt mitgeteilt: „Hallo an die zukünftigen Studenten
Wir haben festgestellt,  dass Uppsala für euch als Studienort vollkommen ungeeignet erscheint: Viel zu viel Ablenkung und zu schöne Straßencafes.“

Das Wetter bleibt gemischt. Kommende Woche noch zu zweit Schärengarten z.B. Traskö Störö und anderer Naturhäfen mit Sauna…

Erst danach werden wir ins Winterlager gehen und uns und der HAVET eine Segelpause gönnen.

Innehalten und Heimfliegen

22.07.-30.07.2017
Ich habe meine diesjährigen Zwischenziele beim Törnprojekt erreicht. Ich bin also seit dem 29.04.2017 von Poel startend über Polen, das Baltikum, Finnland, die Alands bis in die Bottensee und Bottenvik auf eigenem gemäßigten Kiel auf 25 Füßen unterwegs gewesen. Als Berufstätiger, der seiner Familie zudem ein wenig was zumutet, keine alltägliche Sache.

Meine Erlebnisse habe ich auf www.rundostsee-havet.de fortgeschrieben. Da kommt auch noch mehr, gleichwohl ich zugebe, dass die spannenden und nicht alltäglichen Törnetappen seit der Bottensee rar geworden sind.

Ich habe viele Gleichgesinnte getroffen, auch wenn sich unsere Kurse selten kreuzten (RATZFATZ, ARIES, ANTARES, POLAR, MRS. JONES, MULU, ALBATROS, KAJA, MOMO,… die teilweise auch ihre Erlebnisse bloggen).

Ich bin sogar 2 Wochen eher als geplant im Raum Stockholm gewesen und habe statt herzuchillen den zwischenzeitlichen Abflug nach Deutschland gemacht.
Am Sonntag fahre ich mit meiner Frau und den Mädels wieder hoch, um 2 Wochen Schärengarten zum Urlauben zu haben und anschließend die HAVET in Stockholm winterfest zu machen. Den Gryt-Skärgard, den Götakanal und das Kattegat hebe ich mir für 2018 auf.

Die HAVET hat zwischenzeitlich eine professionelle Durchsicht (Dieselfilter, Ölwechsel, Getriebeöl, innere Dichtungs Wasserpumpe) bei Daniel von Sydow (www.resaromarinmotor.se) bekommen. Auch gab es für das Wasser in der Bilge eine Usache in einem Haarriss im Auspuffkrümmer. Leider war das Teil nicht sofort lieferbar, so dass wir die nächsten 2 Wochen mit einer provisorischen Reparatur leben müssen.

Zudem gibt es mehr als einen guten Grund das Turkuer Schärenmeer und auch die Südküste Finnland und die Finnischen Seen noch ein weiteres Mal zu erkunden. Versprochen!

Hochsaison im Schärenmeer

15.07.-21.07.2017
Mit Storjungfrun haben wir das letzte Highlight der Bottensee verlassen. Wir nutzen die wenigen Reste des nordwestlichen Starkwindes, um nochmals richtig Meilen nach Südost zu machen. Die Wetterregel von Rüdiger (Mjaltön) bewahrheitet sich: in der Bottensee gibt es zwei Winde, Südost oder Nordwest. Wir haben keine Lust bis Oregrund zu motoren und gehen in den Campingplatzhafen Ängskär, wo wir endlich wieder einmal die Akkus laden können und sehr gut zu Abend speisen.

Bis Oregrund, ab hier beginnt der Stockholm Archipelago, haben wir noch eine schöne Kreuz bei wenig Welle. Unmittelbar vor Oregrund erleben wir die Vorboten der Hochsaison: Wasserscooter liefern sich am Samstagmorgen ein Race nach dem nächsten. Wir bunkern, tanken und wollen in Erwartung einer Holzofensauna Raggarö anlaufen. Leider ist dieser Hafen nunmehr in Privatbesitz und geschlossen, so dass wir am gegenüberliegenden Felsen ganz nach schwedischer Art festmachen (TC und Sopor). Beim Anlegen habe ich meine Lieblingsschärenanker versenkt, konnte ihn aber vom Grund herauftauchen.
Im Mudd hielt der Heckanker selbst bei dem Wind von querab hervorragend. Die Dirk vibriert gespenstisch und anheimelnd.
Heute fiel auch die begründete Entscheidung,  am 22.07. nach Hause zu fliegen (siehe Logbuch).

Mit 18 Grad ist nunmehr der Sommer ausgebrochen, auch wenn es kein ortsfestes Skandinavienhoch in diesem Jahr gibt. Die Schweden verhalten sich auch wie Sommer. Vorbei ist es mit der Einsamkeit. Und vorbei ist es auch mit den durchgehend weißen Nächten,  einer sehr sinnvollen Sache in Skandinavien.

Väddökanal

Der Sonntag ließ mit der Passage des Vaddökanals mit seinen beiden Brücken so etwas wie Götakanal-Feeling aufkommen, ansonsten kam der Südwind permanent gegenan. Meine Hoffnung auf Arholma einen Liegeplatz an Steg zu bekommen, erfüllte sich nicht. Wir legen uns vor Anker und haben Schlauchi wieder aktiviert,  um die Insel zu erkunden und Essen zu gehen. Auf Arholma erlebten wir eine Trollplage.

Bei angesagtem SO-Wind wollen wir den Klubhafen Kalö nödlich von Möja anlaufen, in der Hoffnung dort die Akkus mal wieder zu laden. Wir werden herzlich aufgenommen,  aber Elektrizität Fehlanzeige. Leider haben wir den Kontakt zur den Stammliegern etwas verpasst, so dass wir auch an der Saunanutzung vorbeigeschrammt sind. Andreas war jedenfalls vom TC begeistert: entspannender Blick auf den Fjord und ein Bild vom Schwedischen Königspaar.

Den Dienstag segeln wir auf die zum Stora Nassa Skärgard gehörenden Insel Björskär. Traumhaft dort. Für die Sauna sollte man Holz mitbringen. Unterwegs sehe ich die dritte Robbe auf meiner Reise. Die Nacht verbringen wir im königlichen Segelklub Lökholmen gegenüber von Sandhamn.
Wir setzen zur Insel der Schönen und Reichen über, Sandhamn sind aber vom Totentanz ein wenig überrascht.

Sandhamn

Mit Traskö Storö haben wir dann wieder ein kleines Highlight, auch wenn die Buchten und Felsliegeplätze gut besucht sind. Die Holzofensauna ist einfach Klasse. Ein Lob an die Schärenstiftung.

Meine Auszeit nähert sich langsam und unausweichlich den letzten Höhepunkten. Die großen Abenteuer liegen hinter mir, das meiste ist geschafft, die Tagesetappen werden kleiner.

Wir motoren durch den Lindalsund, den man sich wie den Vorgarten der Stockholmer vorstellen muss. Vaxholm vermittelt uns Tourismusfeeling vom Feinsten. Mit resarömarinmotor werden wir uns auch einig wegen der anstehenden Motorwartung, der kleinen Reparatur des Abgaskrümmers und auch wegen der Winterarbeiten.


Mit Sven von Resarömarin konnte ich wegen des Winterlagers auch schon telefonieren und den 14.08. als verbindlichen Krantermin ausmachen.

Der Übernachtungshafen Tullholmen auf der Insel des Nautisk Klub ist noch mal ein Kleinod,  wir werden fast schon herzlich aufgenommen, grillen mit den Schweden und können sogar die Holzofensauna benutzen.

Den heutigen Tag verbringen wir mit Aufräumen, Saubermachen, Schiff polieren, Sachen packen, da es morgen mit dem Flieger nach Hause geht.

In einer Woche bin ich wieder dann mit Familie und Auto wieder da, um 2 Wochen Urlaub im Schärenmeer zu machen und anschließend die Havet ins Winterlager zu stellen.

Mücke erfroren – Feindbild Südwind

08.07.-14.07.17
Die Küstes der Bottensee ist weit. Die Hoga Küsten bieten darin u.a. mit ihren Geröllfeldern willkommene Abwechslung.

Bönhamn
Haarpracht allternder Schweden

In Bönhamn konnten wir leckeren geräucherten Weißfisch kaufen, der uns am Folgetag auf Knäcke mit Tomaten eine leckere Zwischenmahlzeit bot. Wir sind anfangs bis Mittag unter Spi in Richtung Harnösand gesegelt und dann doch zur großen Höga-Kusten-Brücke abgelaufen.

 

Danach konnten wir in Richtung Harnösand aufkreuzen und haben uns als Übernachtungshafen für den Klubhafen mit dem Namen „Lustholmen“ entschieden. Außer einer Holzofensauna, bevölkert mit Klubgästen, und einer Dusche nichts Besonderes.

Den Montagmorgen sind wir nach Harnösand, um zu bunkern. Wir hatten Glück und konnten den Dom außerplanmäßig während des Reinemachens besichtigen.


Eine Brückenöffnung (sie erspart das Umsegeln der Insel) passieren wir gemeinsam mit der MOMO, die hier über Nacht gelegen hatte.

Thomas von der MOMO

Mit diesem Tage ist es mit dem guten Wetter erst einmal vorbei. Der Südwind hat sich verstetigt und im Laufe des Tages deutlich über die vorausgesagten 4 Bf aufgefrischt. So war die Kreuz in Richtung Sundsvall ein nasses Unterfangen.
Wir nutzen den sehr ruhigen vor der Industriestadt Sundsvall gelegenen Hafen Vindhem, auch wenn hier den Gästen nur Liegeplätze im Schwell angeboten werden.

Der Dienstag brachte auf der Kreuz eine gemäßigte 3-4, dafür aber Nieselregen und später richtigen Regen bei 9°C.


Wir waren froh, als wie Mellanfjärden erreichen, einen hübschen Hafen mit Fischverkauf, Laden und Restaurant sowie guten Sanitäranlagen.

Mällanfjärden

Nach dem Tanken ging es am Mittwochmorgen mal im Nebel weiter. Anfangs hart am SO-Wind blieb uns später unter Motor nur die schaukelnde Restwelle, so dass wir statt nach Storjungfrun in der geschütztern Bucht auf der Insel Agö in einem Resservathafen festgemacht haben. Der Gästesteg wird von Ringelnattern bewacht, die daruf achten, das man seine Liegegebühren entrichtet.


Kurz danach frischt der Wind auf NW 4 auf und Regen und Gewitter setzen ein. Haben trotzdem gegrillt und uns in der etwas verschlissenen Holzofensauna versucht aufzuwärmen.

Gewitter über Agö

An Bord habe ich sogar den Gasheißlüfter wieder hervorgekramt. Der reinste Mückentod dieser Sommer.

Der Donnertstag führte uns zur 25sm entfernten Insel Storjungfrun, die auf des Weges nach Øregrund/ Stockholm liegt. Der Wind war mit 5 Bf aus NW sehr frisch, der Himmel wolkenverhangen. Auch zwangen uns Böhen die Genua erheblich zu reffen. Auf das Groß hatten wir ganz verzichtet, da wir dann vollends überpowert wären.
Storjungfrun reiht sich ein im Wettbewerb um die schönste Insel Skandinaviens.

Ein herrliches Ambiente einer Leuchtturminsel, auch wenn der versprochene Stromanschluß fehlt und kein Trinkwasser vorhanden war. Die herrlichen Wanderwege, die kleine Kapelle und die sehr passable Holzofensauna machen das wett. Außerdem haben wir die ersten Heidelbeeren der Saison genascht.

Der Wind lässt über Nacht weiter nach und so legen wir am Freitag früh bei frischer Brise als das kleinste Boot (wie immer) ab in Richtung Öregrund. Schnell ist das Reff ausgeschüttelt. Den Spi hält es auch nur eine Stunde und so motoren wir durch die Flaute, um den bald einsetzenden Südwind zuvorzukommen.

Die Segelhochsaison hat seit den Hoga Küsten wirklich begonnen. Gleichzeitig sieht men 10 Boote und mehr. Erschreckend,  wenn man aus den einsamen Weiten der Bottenvik kommt.

Ein Meer zieht am Gebirge hin…

05.-08. 07.2017

Die Überfahrt von Ratan nach Umea geht bei guten 4 Bf. zugig und zügig von statten. Lediglich die 9° C und der bedeckte Himmel lassen nur verhaltenen Segelgenuß aufkommen. Das Reff wird ins Groß gesteckt und die Windfahnensteuerung macht ihren Job dann auch vernünftig. Überpowert mag sie nicht arbeiten – wie wir Menschen auch. Vor Umea wählen wir den Weg durch ein sehr abenteuerliches Nebenfahrwasser und laufen in den funktionalen Yachthafen von Umea-Holmsund ein. Der Wind hat mittlerweile auf 6 Bf. aufgefrischt, so dass wir nach dem vollzogenen Tankstop dankbar sind, dass Thomas von der MOMO die Leinen am Gästesteg annimmt.

Thomas und Franzi, zwei Schweizer unter deutscher Flagge, waren uns anfangs 15 später 3 Tage voraus. Auch sie hatten mit undankbaren Motorproblemen zu kämpfen (www.momo-segeln.ch).
Wir verbinden den Einkauf mit einem Besuch der Innenstadt von Umea per Bus, essen uns beim Chinesen vom Buffet satt und ich spinne abends auf der MOMO noch einige Fäden des gesammelten Garns ab.
Außerdem treffe ich Rike und Arne von der KAJA. Arne ist nach einem Semester in Schweden hier als Handwerker hängengeblieben, Rike ist Physiotherapeutin und Hobbybloggering (www.schwedenundso.de). Beide haben die Zelte in Schweden nun abgebrochen und wollen ins (Ost-)Deutsche übersiedeln. Die KAJA nehmen sie mit und starten in ein paar Tagen in den Süden.

Der zuviele kalte Wind und die fehlende Sonne lassen uns am Mittwoch in Umea-Holmsund bis in die frühen Nachmittagsstunden eingeweht sein und ich konnte die Website rundostsee-havet.de ein wenig aktualisieren. Anschließend besuchen wir noch die Anlage des alten Sägewerks samt Kirche und ehemaliger Schule sowie das äußerst beschauliche Sägemühlenmuseum.

*
Schließlich legen wir gegen 14:00 noch ab und erwischen – wie „Schraders Wetterwelt“ als einziger vorausgesagt hat (wissen wir von Franzi) – noch einen kräftigen Wetterdurchgang mit Nieselregen und Böjen. Sogar das gereffte Groß haben wir weggenommen und sind nur unter Genua abgeritten. Gegen 19:30 erreichen wir den ehemaligen und Minilotsenhafen Järnäsklubb und wir gehen bei der MOMO  längsseits. Zum Abendbrot gibt es im noch geöffneten Cafe ein leckeres Fischbuffet,  leider sind die Sanitäranlagen noch in Renovierung. Nicht mal ein Trockenklo.
Also kein Grund sich anderntags lange auzuhalten. Wir nehmen die NW-Morgenbrise, reffen sogar und warten nicht erst bis Rasmus auf West dreht. Nach 25 sm sehen wir schon das Gebirge im Meer:

Die sagenumwobenen,  traumhaften, einzigartigen, bisher unerreichbaren, zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Höga Kusten.
Wir machen im gut gefüllten Trysunda fest.

Die Urlaubssaison hat begonnen, viele Schweden, einige Finnen und wenige Deutsche liegen in den Häfen oder kreuzen durch die See.
Abends sitze ich auf dem Berg von Tyrsunda und beobachte den Sonnenuntergang.

Selbst auf dem Berg hört mal das Rauschen der Brandung. Gleichzeitig zieht ein laues Lüftchen durch die Wipfel der Schwedischen Palmen genannt Kiefern. Man riecht Wald und Meer mit einem Nasenzug.
Am Freitag finden wir in der oft beschiriebenen kreisrunden Bucht von Mjältön einen freundlichen Platz per Heckanker. Es folgt eine Wanderung durch Wald, Steinlandschaft und Klippen auf den 236 m hohen Berg mit einer herrlich einmaligen Sicht auf die Inselwelt der Höga Kusten.


Öhrenbetäubende Ruhe, man hört ab und an ein Vogelgezwitscher und sogar das Schlagen der Brandung am Fuße der Insel.
Gestern Abend kam der 73-jährige Rüdiger von der MULU aus ursprünglich Kappeln zu uns rüber. Er ist bis hierher als Einhandsegler auf einer Bianca 27 unterwegs. Allerdings lässt er sein Boot auch schon seit Jahren in Schweden bei Waldemarsvik überwintern.


Den Samstagvormittag fahren wir nach Ulvön, um einzukaufen und Wasser und Strom zu bunkern. Der Ort entpuppt sich als nepper Touristenmagnet. An sich ein Kleinod wird Ulvön von Touristen, die von musizierenden Ausflugsschiffen ausgespiehen werden, übervölkert.

Zwischen 12 un 15 Uhr buhlen mehrere Restaurants, Cafes und Butiken um die Sommergäste. Das Hotel mit Pool und mondänen Motorbooten vermittelt das Feeling der Reichen und Schönen. Hilft nix, da müssen wir weiter. Leider reicht der Wind nicht mal bis Bönhamn.

Insgesamt  haben wir heute mehr Sportboote unter Fahrt und Benutzung gesehen, als in den letzten  Monaten zusammen.

Nach Süden, nach Süden

01.07.-04.07.2017
Bordalltag stellt sich ein. Jeder richtet sich und wir uns ein.
Was bietet die Bottenvik für Highlights? Die überdimensionale Weite eines Segelreviers, das von Inselgruppen gespickt ist, die zum „Norrbotten Skärgard“ zusammengefasst werden. Auf geografischen Karten mutet die Bottenvik immer so winzig an.
 
Das Wetter scheint hier im  hohen Norden ausnahmweise besser zu sein, als in Deutschland, wo es regnen soll. Selbst im Raum Stockholm und auf den Alands stürme es. Wir haben hingegen den 3. Tag hintereinander 16°C. Sommer!

Lulea wird angelaufen, um den notwendigen Kartensatz „Bottenhavet Norra“ zu besorgen, zu tanken und frische Lebensmittel zu bunkern. Die Nacht zum Samstag verbringen wir lieber im naturschönen Klubhafen Liggskär, wo wir von den schwedischen Seglern freundlich akzeptiert werden.

Bei leichter Brise sind wir durch den Norrbotten Skärgard weiter Richtung Süden gesegelt und dabei fast einer Kegelrobbe über den Kegel gefahren. Auch treibt hier öfter mal ganz unverhofft ein ganzer Baum oder Strauch durchs Wasser. Ein wenig Alaska-Feeling.
Backbord lassen wir das traumhafte Rödkallen liegen.  Die Luftaufnahme stammt von dem Cover des Kartenatlas „Bottenviken“.


Schließlich haben wir an der hübschen und bei den Wassersportfreunden Schwedens,  das sind überwiegend Motorbootfahrer mit zahmen Hund, sehr beliebten Insel Mellerstön angelegt. Nach einer Inselwanderung auf einem Schneescooterweg und dem Grillen wurde natürlich die Holzofensauna bemüht.

Der Sonntag wurde zu einem richtigen Segeltag mit Sonne. Bei vorausgesagten SSO 3-4 (es waren teilweise 5) erreichten wir nach mehreren Schlägen und teils erheblich gerefften Segeln das Kap Bjuroklubb mit seinem ehemaligen Lotsenhafen. Nach dem Abendessen aus der Bordküche wanderte ich zum Leuchtturm auf dem Kap und erholte und reinigte mich nach finnischem Ritual in der Nachtsauna.

Der Montag wird ein Tag im Regen, die Varianten des Grau lassen sich erforschen. Ziel ist Ratan. Leichte Brise aus den tiefenhängenden Wolken vermischt mit Wassertropfen, die größer als Niesel sind. Ratan brauchen wir, auch um die Akkus zu laden und vielleicht Brot und Diesel zu kaufen. Aber daraus wurde nichts. Wir genießen graved Lachs auf Knäcke im Restaurant Tollgarden.
Bis Umea reicht der andere Brennstoff noch.

Messung der Landhebung

Übrigens haben wir mal wieder die Elektroheizung und ich lange Unterhosen an. Ein skandinavischer Sommer?

Rathaus Umea
Tulpenblüte ist vorbei