Blåbärchillen und schwarze Schafe (noch ohne Bilder)


07.08.-13.08.2017
Es kann nicht andes sein. Unsere nächster Urlaubsabschnitt beginnt auf dem wunderschön Träskö Storö mit 2 Übernachtungen. Dabei werden der Naturstig und die umliegenden hohen Felseninseln ebenso erkundet wie ausgiebig gebadet und sauniert. Zudem stellen wir fest, dass die Blaubeeren überreif und süß und sehr zahlreich sind.
Wir halten uns daran, dass im Naturreservat nur Liegezeiten von 48 h erlaubt sind. Zwar haben wir uns nach einem Tag zu einem nach SO geschützten Felsliegeplatz verholt, aber nach dem obligatorischen Bad in der Ostsee und dem Frühstück wollen wir neue Inseln erkunden.

Wir segeln nach Husarö. Nehmen dort Strom, ein wenig Gemüse, essen ein Eis und besuchen das Lotsenmuseum. So gelingt es uns auch dank der feundlichen Hilfe der Museumsverantwortlichen, unsere 5l-Kanister mit frischem Trinkwasser zu füllen.
Wir motoren knapp 2sm nach Stora Jolpan besser bekannt als Paradiset.
Die Bucht ist weiterhin ein Magnet bei in- und ausländischen Schärenfreunden, obwohl man am kräftig erweiterten Holzsteg bereits ab 150 SEK Liegegebühr (zuzgl. Strom) vor Heckanker bezahlt.
In der Bucht habe ich Kontakte mit 2 dt. Seglern aus Kiel, jedoch hat keiner von Beiden die Ostsee gerundet.
Leider sind wir des Morgens auf der Schattenseite des Inselwaldes und der SW drückt von der Seite auf die HAVET.  Also nicht’s wie los nach Lökaö.

Die östliche Bucht von Lökaö ist zu Mittag schon gut besucht. Unser Felsliegemanöver gestaltet sich als schwierig. Der Kiel berührt den Grund während es vom Bug mehr als anderthalb Schritte zum Fels sind.
Fazit: Nicht wir waren zu blöd – Nein es ging einfach zu flach rein! Nach uns haben das noch ein halbes Dutzend weiterer Segler gemerkt. Das konnten wir dann gemūtlich beobachten, als wir schon in der Mitte der Bucht ankerten. So heißt es treffend Hafenkino bieten – Hafenkino erleben. Selbst 2 Freiankerer gaben reichlich verkrautet auf.

Wir unternehmen eine schöne Wanderung durch eine mitteilsame Schafherde zur Nordbucht; auch scharze Schafe waren darunter, die aber nicht anders blöken als ihre weniger dunkelhäutigen Artgenossen. Beim Weg durch den gespenstischen Märchenwald haben wir wieder wunderbar sonnengereifte Blaubeeren genascht.
Anschließend können wir die nagelneue Sauna ausprobieren (den Tip hatten wir übrigens von schwedischen Bastureparateuren von Björskärr) und sind ausgiebig geschwommen.

Der Anker hat über Nacht wunderbar gehalten. Kein Krautbatzen daran.  Gegen 10:30 verlssen wir die schöne Bucht, motoren an Moja virbei und setzen wischen xxx und Moja Segel.
Bei S5 geht es mit über 6kn und dem Schlauchboit im Schlepp durch die Schärenwelt. Bereits um 13:00 haben wir einen nach Süden und Westen geschützten Felsliegeplatz an der Nordseite von yyy.
Mit Schlauchi fahren wir zum Kaffeetrinken, Eisessen und Einkaufen nach zzz, baden ausgiebig und verzehren den letzten Räucherlachs auf Schüttelbrot.

Am Samstagmorgen motoren wir bei bedecktem Himmel und null Wind nach Vaxholm, um uns einen letzten Touristentag zu gönnen und die Bordkarte für Steffi auszudrucken. Dabei merken wir, das Gästeboote im Schärengarten sehr rar geworden sind. Die schwedischen Sommerferien dauern noch eine Woche an (und das seit 12.06.).
Den Abschiedskaffee erleben wir mit dem schwedisch-schwäbischen Zahnarztpaar Henrik Forsgren und Frau sowie dt. Zufallsbekannten (seit’96 als Ingenieur und Lehrerin in Stockholm) bei lecker Kuchen und interessanten Gesprächen.

Am Sonntag folgt der Abflug und die Winterarbeiten beginnen.

Tschüß Urlaub.

Urlaub vom Sabbatical (noch ohne Bilder)

30.07.-06.08.2017
Eine 1000km Autofahrt über die Vogelfluglinie, durch Dänemark, Helsingör-Helsingborg und auf schwedischen Autobahnen läuten die erste Sommerurlaubsetappe ein. Wir finden die HAVET wohlbehalten vor, verlegen aber von der industriell gelegenen Werft zum mondänen Stadthafen Vaxholm. Ein Pizzaschmaus rundet den Sonntagabend ab.

Den eigentlichen Schärenurlaub mit den Mädels (meiner Frau Steffi, meiner Tochter Hannah und ihrer Freundin Laura) begann im wunderschönen Träskõ-Storö-Archipel, der längst kein Geheimtipp mehr ist. So finden wir lediglich einen Ankerplatz in der Mitte der Bucht und mussten zur Sauna, zum TC und zur Müllentsorgung das Schlauchboot benutzen und uns durch eine Schafherde kämpfen.

Anderntags füllten wir auf Moja-Langvik unsere Vorräte u.a. an Trinkwasser auf und entschlossen uns dann doch statt in die freie Schärenwelt nach Sandhamn-Lökholmen zu motoren. Dort setzen wir nach Sandhamn über und gönnen uns ein schönes Abendessen zum 4. Hochzeitstag.

Die bereits in den rundgenuckelten Außenschären liegende Insel Björskärr heisst unser nächstes Ziel. Auf dem Weg dahin liefern wir uns eine Regatta auf Tuchfühlung mit einer schwedischen Hallberg-Rassy, die dann hinter uns nach Svenska-Högana abdreht.
Seit Träskö Storö schleppen wir übrigens einen Holzvorrat im Schlauchboot mit uns, um uns den Saunazutritt (genau genommen Bastuzutritt) auf der baumarmen Insel zu „erkaufen“. Leider sieht es zunächst  nicht danach aus, da ein Teil des Daches der Holzofensauna am Vormittag abgebrannt ist.
Glücklicherweise finden sich einige handwerklich begabte Bastuenthusiasten und wir können uns zwischen mehreren Regenschauern wunderbar aufwärmen und im kühlen Ostseewasser wieder abkühlen.

Das nächste Ziel heisst Stockholm. Wir nutzen dazu als Absprunghafen die Insel Tullholmen des „Nautiska Klubben“ bei Resarö, die Strom, Dusche und Wasser für einen guten Preis (200 SEK) für uns parat hat.

Stockholm erreichen wir so bereits Freitagmittag und machen für 400 SEK im Navishamn am Fuße der Italienischen Botschaft fest, um dann mit der Tram ins Stadtzentrum zu fahren. Die nächsten Stunden ist Shoppen durch die Altstadt angesagt. Dabei habe ich das alles sagende Motto-T-Shirt meiner Reise gefunden.

Auch wird ein gebührender Blick auf das Slot und den Rigsdag geworfen, bevor es mit einer der Abendfähren wieder zurück zum Djurgarden/Tivoli geht.
Die Nacht nutzen wir zum Waschewaschen und -trocknen, so dass wir nach dem Frühstück am Samstagvorrmittag noch das Vasamuseum besichtigen. Das überrascht uns mit vielen neuen Detailsausstellungen. In der riesigen Klimaanlage für das historische Schiffswrack war es dieses Jahr wärmer als draußen.

Die Nacht zum Samstag verbringen wir wieder auf Tullholmen, heisst es doch für Hannah und Laura am Sonntag Schluss mit dem Urlaub und Abflug von Arlanda nach Tegel.
Steffi und ich nutzen den verregneten Sonntag für einen Ausflug in die Universitätsstadt Uppsala. Unsere Eindrücke habe ich unsern Kindern wie folgt mitgeteilt: „Hallo an die zukünftigen Studenten
Wir haben festgestellt,  dass Uppsala für euch als Studienort vollkommen ungeeignet erscheint: Viel zu viel Ablenkung und zu schöne Straßencafes.“

Das Wetter bleibt gemischt. Kommende Woche noch zu zweit Schärengarten z.B. Traskö Störö und anderer Naturhäfen mit Sauna…

 Erst danach werden wir ins Winterlager gehen und uns und der HAVET eine Segelpause gönnen.

Innehalten (noch ohne Fotos)

22.07.-30.07.2017
Ich habe meine diesjährigen Zwischenziele beim Törnprojekt erreicht. Ich bin also seit dem 29.04.2017 von Poel startend über Polen, das Baltikum, Finnland, die Alands bis in die Bottensee und Bottenvik auf eigenem gemäßigten Kiel auf 25 Füßen unterwegs gewesen. Als Berufstätiger, der seiner Familie zudem ein wenig was zumutet, keine alltägliche Sache.

Meine Erlebnisse habe ich auf www.rundostsee-havet.de fortgeschrieben. Da kommt auch noch mehr, gleichwohl ich zugebe, dass die spannenden und nicht alltäglichen Törnetappen seit der Bottensee rar geworden sind.

Ich habe viele Gleichgesinnte getroffen, auch wenn sich unsere Kurse selten kreuzten (RATZFATZ, ARIES, ANTARES, POLAR, MRS. JONES, MULU, ALBATROS, KAJA, MOMO,… die teilweise auch ihre Erlebnisse bloggen).

Ich bin sogar 2 Wochen eher als geplant im Raum Stockholm gewesen und habe statt herzuchillen den zwischenzeitlichen Abflug nach Deutschland gemacht.
Am Sonntag fahre ich mit meiner Frau und den Mädels wieder hoch, um 2 Wochen Schärengarten zum Urlauben zu haben und anschließend die HAVET in Stockholm winterfest zu machen. Den Gryt-Skärgard, den Götakanal und das Kattegat hebe ich mir für 2018 auf.

Die HAVET hat zwischenzeitlich eine professionelle Durchsicht (Dieselfilter, Ölwechsel, Getriebeöl, innere Dichtungs Wasserpumpe) bei Daniel von Sydow (www.resaromarinmotor.se) bekommen. Auch gab es für das Wasser in der Bilge eine Usache in einem Haarriss im Auspuffkrümmer. Leider war das Teil nicht sofort lieferbar, so dass wir die nächsten 2 Wochen mit einer provisorischen Reparatur leben müssen.

Zudem gibt es mehr als einen guten Grund das Turkuer Schärenmeer und auch die Südküste Finnland und die Finnischen Seen noch ein weiteres Mal zu erkunden. Versprochen!

Hochsaison im Schärenmeer

15.07.-21.07.2017
Mit Storjungfrun haben wir das letzte Highlight der Bottensee verlassen. Wir nutzen die wenigen Reste des nordwestlichen Starkwindes, um nochmals richtig Meilen nach Südost zu machen. Die Wetterregel von Rüdiger (Mjaltön) bewahrheitet sich: in der Bottensee gibt es zwei Winde, Südost oder Nordwest. Wir haben keine Lust bis Oregrund zu motoren und gehen in den Campingplatzhafen Ängskär, wo wir endlich wieder einmal die Akkus laden können und sehr gut zu Abend speisen.

Bis Oregrund, ab hier beginnt der Stockholm Archipelago, haben wir noch eine schöne Kreuz bei wenig Welle. Unmittelbar vor Oregrund erleben wir die Vorboten der Hochsaison: Wasserscooter liefern sich am Samstagmorgen ein Race nach dem nächsten. Wir bunkern, tanken und wollen in Erwartung einer Holzofensauna Raggarö anlaufen. Leider ist dieser Hafen nunmehr in Privatbesitz und geschlossen, so dass wir am gegenüberliegenden Felsen ganz nach schwedischer Art festmachen (TC und Sopor). Beim Anlegen habe ich meine Lieblingsschärenanker versenkt, konnte ihn aber vom Grund herauftauchen.
Im Mudd hielt der Heckanker selbst bei dem Wind von querab hervorragend. Die Dirk vibriert gespenstisch und anheimelnd.
Heute fiel auch die begründete Entscheidung,  am 22.07. nach Hause zu fliegen (siehe Logbuch).

Mit 18 Grad ist nunmehr der Sommer ausgebrochen, auch wenn es kein ortsfester Skandinavienhoch in diesem Jahr gibt. Die Schweden verhalten sich auch wie Sommer. Vorbei ist es mit der Einsamkeit. Und vorbei ist es auch mit den durchgehend weißen Nächten,  einer sehr sinnvollen Sache in Skandinavien.

Väddökanal

Der Sonntag ließ mit der Passage des Vaddökanals mit seinen beiden Brücken so etwas wie Götakanal-Feeling aufkommen, ansonsten kam der Südwind permanent gegenan. Meine Hoffnung auf Arholma einen Liegeplatz an Steg zu bekommen, erfüllte sich nicht. Wir legen uns vor Anker und haben Schlauchi wieder aktiviert,  um die Insel zu erkunden und Essen zu gehen. Auf Arholme erlehten wir eine Trollplage.

Bei angesagtem SO-Wind wollen wir den Klubhafen Kalö nödlich von Möja anlaufen, in der Hoffnung dort die Akkus mal wieder zu laden. Wir werden herzlich aufgenommen,  aber Elektrizität Fehlanzeige. Leider haben wir den Kontakt zur den Stammliegern etwas verpasst, so dass wir auch an der Saunanutzung vorbeigeschrammt sind. Andreas war jedenfalls vom TC begeistert: Blick auf Fjord und ein Bild vom Schwedischen Königspaar.

Den Dienstag segeln wir auf die zum Stora Nassa Skärgard gehörenden Insel Björskär. Traumhaft dort. Für die Sauna sollte man Holz mitbringen. Unterwegs sehe ich die dritte Robbe auf meiner Reise. Die Nacht verbringen wir im königlichen Segelklub Lökholmen gegenüber von Sandhamn.
Wir setzen zur Insel der Schönen und Reichen über, Sandhamn sind aber vom Totentanz ein wenig überrascht.

Sandhamn

Mit Traskö Storö haben wir dann wieder ein kleines Highlight, auch wenn die Buchten und Felsliegeplätze gut besucht sind. Die Holzofensauna ist einfach Klasse. Ein Lob an die Schärenstiftung.

Meine Auszeit nähert sich langsam und unausweichlich den letzten Höhepunkten. Die großen Abenteuer liegen hinter mir, das meiste ist geschafft, die Tagesetappen werden kleiner.

Wir motoren durch den Lindalsund, den man sich wie den Vorgarten der Stockholm er vorstellen muss. Vaxholm vermittelt uns Tourismusfeeling vom Feinsten. Mit resarömarinmotor werden wir uns auch einig wegen der anstehenden Motorwartung, der kleinen Reparatur des Abgaskrümmers und auch wegen der Winterarbeiten.


Mit Sven von Resarömarin konnte ich wegen des Winterlagers auch schon telefonieren.

Der Übernachtungshafen auf der Insel des Nautisk Klub ist noch mal ein Kleinod,  wir werden fast schon herzlich aufgenommen, grillen mit den Schweden und können sogar die Holzofensauna benutzen.

Den heutigen Tag verbringen wir mit Aufräumen, Saubermachen, Schiff polieren, Sachen packen, da es morgen mit dem Flieger nach Hause geht.

In einer Woche bin ich wieder dann mit Familie und Auto wieder da, um 2 Wochen Urlaub im Schärenmeer zu machen und anschließend die Havet ins Winterlager zu stellen.

Mücke erfroren – Feindbild Südwind

08.07.-14.07.17
Die Küstes der Bottensee ist weit. Die Hoga Küsten bieten darin u.a. mit ihren Geröllfeldern willkommene Abwechslung.

Bönhamn
Haarpracht allternder Schweden

In Bönhamn konnten wir leckeren geräucherten Weißfisch kaufen, der uns am Folgetag auf Knäcke mit Tomaten eine leckere Zwischenmahlzeit bot. Wir sind anfangs bis Mittag unter Spi in Richtung Harnösand gesegelt und dann doch zur großen Höga-Kusten-Brücke abgelaufen.

 

Danach konnten wir in Richtung Harnösand aufkreuzen und haben uns als Übernachtungshafen für den Klubhafen mit dem Namen „Lustholmen“ entschieden. Außer einer Holzofensauna, bevölkert mit Klubgästen, und einer Dusche nichts Besonderes.

Den Montagmorgen sind wir nach Harnösand, um zu bunkern. Wir hatten Glück und konnten den Dom außerplanmäßig während des Reinemachens besichtigen.


Eine Brückenöffnung (sie erspart das Umsegeln der Insel) passierten wir gemeinsam mit der MOMO, die hier über Nacht gelegen hatte.

Thomas von der MOMO

Mit diesem Tage ist es mit dem guten Wetter erst einmal vorbei. Der Südwind hat sich verstetigt und im Laufe des Tages deutlich über die vorausgesagten 4 Bf aufgefrischt. So war die Kreuz in Richtung Sundsvall ein nasses Unterfangen.
Wir nutzen den sehr ruhigen vor der Industriestadt Sundsvall gelegenen Hafen Vindhem, auch wenn hier den Gästen nur Liegeplätze im Schwell angeboten werden.

Der Dienstag brachte auf der Kreuz eine gemäßigte 3-4, dafür aber Nieselregen später richtigen Regen bei 9°C.


Wir waren froh, als wie Mellanfjärden erreichen, einen hübschen Hafen mit Fischverkauf, Laden und Restaurant sowie guten Sanitäranlagen.

Mällanfjärden

Nach dem Tanken ging es am Mittwochmorgen mal im Nebel weiter. Anfangs hart am SO-Wind blieb uns später unter Motor nur die schaukelnde Restwelle, so dass wir statt nach Storjungfrun in der geschütztern Bucht auf der Insel Agö in einem Resservathafen festgemacht haben. Der Gästesteg wird von Ringelnattern bewacht, die daruf achten, das man seine Liegegebühren entrichtet.


Kurz danach frischt der Wind auf NW 4 auf und Regen und Gewitter setzen ein. Haben trotzdem gegrillt und uns in der etwas verschlissenen Holzofensauna versucht aufzuwärmen.

Gewitter über Agö

An Bord habe ich sogar den Gasheißlüfter wieder hervorgekramt. Der reinste Mückentod dieser Sommer.

Der Donnertstag führte uns zur 25sm entfernten Insel Storjungfrun, die auf des Weges nach Øregrund/ Stockholm liegt. Der Wind war mit 5 Bf aus NW sehr frisch, der Himmel wolkenverhangen. Auch zwangen uns Böhen die Genua erheblich zu reffen. Auf das Groß hatten wir ganz verzichtet, da wir dann vollends überpowert wären.
Storjungfrun reiht sich ein im Wettbewerb um die schönste Insel Skandinaviens.

Ein herrliches Ambiente einer Leuchtturminsel, auch wenn der versprochene Stromanschluß fehlt und kein Trinkwasser vorhanden war. Die herrlichen Wanderwege, die kleine Kapelle und die sehr passable Holzofensauna machen das wett. Außerdem haben wir die ersten Heidelbeeren der Saison genascht.

Der Wind lässt über Nacht weiter nach und so legen wir am Freitag früh als das kleinste Boot (wie immer) ab in Richtung Öregrund. Schnell ist das Reff ausgeschüttelt. Den Spi hält es auch nur eine Stunde und so motoren wir durch die Flaute, um den bald einsetzenden Südwind zuvorzukommen.

Die Segelhochsaison hat seit den Hoga Küsten wirklich begonnen. Gleichzeitig sieht men 10 Boote und mehr. Erschreckend,  wenn man aus den einsamen Weiten der Bottenvik kommt.

Ein Meer zieht am Gebirge hin…

05.-08. 07.2017

Die Überfahrt von Ratan nach Umea geht bei guten 4 Bf. zugig und zügig von statten. Lediglich die 9° C und der bedeckte Himmel lassen nur verhaltenen Segelgenuß aufkommen. Das Reff wir ins Groß gesteckt und die Windfahnensteuerung macht ihren Job dann auch vernünftig. Überpowert mag sie nicht arbeiten – wie wir Menschen auch. Vor Umea wählen wir den Weg durch ein sehr abenteuerliches Nebenfahrwasser und laufen in den funktionalen Yachthafen von Umea-Holmsund ein. Der Wind hat mittlerweile auf 6 Bf. aufgefrischt, so dass wir nach dem vollzogenen Tankstop dankbar sind, dass Thomas von der MOMO die Leinen am Gästesteg annimmt.

Thomas und Franzi, zwei Schweizer unter deutscher Flagge, waren uns anfangs 15 später 3 Tage voraus. Auch sie hatten mit undankbaren Motorproblemen zu kämpfen (www.momo-segeln.ch).
Wir verbinden den Einkauf mit einem Besuch der Innenstadt von Umea per Bus, essen beim Chinesen uns vom Buffet satt und ich spinne abends auf der MOMO noch einige Fäden des gesammelten Garns ab.
Außerdem treffe ich Rike und Arne von der KAJA. Arne ist nach einem Semester in Schweden hier als Handwerker hängengeblieben, Rike ist Physiotherapeutin und Hobbybloggering (www.schwedenundso.de). Beide haben die Zelte in Schweden nun abgebrochen und wollen ins (ost-)deutsche übersiedeln. Die KAJA nehmen sie mit und starten in ein paar Tagen in den Süden.

Der zuviele kalte Wind und die fehlende Sonne lassen uns am Mittwoch in Umea-Holmsund bis in die frühen Nachmittagsstunden eingeweht sein und ich konnte die Website rundostsee-havet.de ein wenig aktualisieren. Anschließend besuchen wir noch die Anlage des alten Sägewerks samt Kirche und ehemaliger Schule sowie das äußerst beschauliche Sägemühlenmuseum.

*
Schließlich legen wir gegen 14:00 noch ab und erwischen – wie „Schraders Wetterwelt“ als einziger vorausgesagt hat (wissen wir von Franzi) – noch einen kräftigen Wetterdurchgang mit Nieselregen und Böjen. Sogar das gereffte Groß haben wir weggenommen und sind nur unter Genua abgeritten. Gegen 19:30 erreichen wir den ehemaligen und Minilotsenhafen Järnäsklubb und wir gehen bei der MOMO   längsseits. Zum Abendbrot gibt es im noch geöffneten Cafe ein leckeres Fischbuffet,  leider sind die Sanitäranlagen noch in Renovierung. Nicht mal ein Trockenklo.
Also kein Grund sich anderntags lange auzuhalten. Wir nehmen die NW-Morgenbrise, reffen sogar und warten nicht erst bis Rasmus auf West dreht. Nach 25 sm sehen wir schon das Gebirge im Meer:

Die sagenumwobenen,  traumhaften, einzigartigen, bisher unerreichbaren, zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Höga Kusten.
Wir machen im gut gefüllten Trysunda fest.

Die Urlaubssaison hat begonnen, viele Schweden, einige Finne und wenige Deutsche liegen in den Häfen oder kreuzen durch die See.
Abends sitze ich auf dem Berg von Tyrsunda und beobachte den Sonnenuntergang.

Selbst auf dem Berg hört mal das Rauschen der Brandung. Gleichzeitig zieht ein laues Lüftchen durch die Wipfel der Schwedischen Palmen genannt Kiefern. Man riecht Wald und Meer mit einem Nasenzug.
Am Freitag finden wir in der oft beschiriebenen kreisrunden Bucht von Mjältön einen freundlichen Platz per Heckanker. Es folgt eine Wanderung durch Wald, Steinlandschaft und Klippen auf den 236 m hohen Berg mit einer herrlich einmaligen Sicht auf die Inselwelt der Höga Kusten.


Öhrenbetäubende Ruhe, man hört ab und an ein Vogelgezwitscher und sogar das Schlagen der Brandung am Fuße der Insel.
Gestern Abend kam der 73-jährige Rüdiger von der MULU aus ursprünglich Kappeln zu uns rüber. Er ist bis hierher als Einhandsegler auf einer Bianca 27 unterwegs. Allerdings lässt er sein Boot auch schon seit Jahren in Schweden bei Waldemarsvik überwintern.


Den Samstagvormittag fahren wir nach Ulvön, um einzukaufen und Wasser und Strom zu bunkern. Der Ort entpuppt sich als nepper Touristenmagnet. An sich ein Kleinod wird Ulvön von Touristen, die von musizierenden Ausflugsschiffen ausgespiehen werden, übervölkert.

Zwischen 12 un 15 Uhr buhlen mehrere Restaurants, Cafes und Butiken um die Sommergäste. Das Hotel mit Pool und mondänden Motorbooten vermittelt das Feeling der Reichen und Schönen. Hilft nix, da müssen wir weiter. Leider reicht der Wind nicht mal bis Bönhamn.

Insgesamt  haben wir heute mehr Sportboote unter Fahrt und Benutzung gesehen, als in den letzten  Monaten zusammen.

Nach Süden, nach Süden

01.07.-04.07.2017
Bordalltag stellt sich ein. Jeder richtet sich und wir uns ein.
Was bietet die Bottenvik für Highlights? Die überdimensionale Weite eines Segelreviers, das von Inselgruppen gespickt ist, die zum „Norrbotten Skärgard“ zusammengefasst werden. Auf geografischen Karten mutet die Bottenvik immer so winzig an.
 
Das Wetter scheint hier im  hohen Norden ausnahmweise besser zu sein, als in Deutschland, wo es regnen soll. Selbst im Raum Stockholm und auf den Alands stürme es. Wir haben hingegen den 3. Tag hintereinander 16°C. Sommer!

Lulea wird angelaufen, um den notwendigen Kartensatz „Bottenhavet Norra“ zu besorgen, zu tanken und frische Lebensmittel zu bunkern. Die Nacht zum Samstag verbringen wir lieber im naturschönen Klubhafen Liggskär, wo wir von den schwedischen Seglern freundlich akzeptiert werden.

Bei leichter Brise sind wir durch den Norrbotten Skärgard weiter Richtung Süden gesegelt und dabei fast einer Kegelrobbe über den Kegel gefahren. Auch treibt hier öfter mal ganz unverhofft ein ganzer Baum oder Strauch durchs Wasser. Ein wenig Alaska-Feeling.
Backbord lassen wir das traumhafte Rödkallen liegen.  Die Luftaufnahme stammt von der Cover des Kartenatlas „Bottenviken“.


Schließlich haben wir an der hübschen und bei den Wassersportfreunden Schwedens,  das sind überwiegend Motorbootfahrer mit zahmen Hund, sehr beliebten Insel Mellerstön angelegt. Nach einer Inselwanderung auf einem Schneescooterweg und dem Grillen wurde natürlich die Holzofensauna bemüht.

Der Sonntag wurde zu einem richtigen Segeltag mit Sonne. Bei vorausgesagten SSO 3-4 (es waren teilweise 5) erreichten wir nach mehreren Schlägen und teils erheblich gerefften Segeln das Kap Bjuroklubb mit seinem ehemaligen Lotsenhafen. Nach dem Abendessen aus der Bordküche wanderte ich zum Leuchtturm auf dem Kap und erholte und reinigte mich nach finnischem Ritual in der Nachtsauna.

Der Montag wird ein Tag im Regen, die Varianten des Grau lassen sich erforschen. Ziel ist Ratan. Leichte Brise aus den tiefenhängenden Wolken vermischt mit Wassertropfen, die größer als Niesel sind. Ratan brauchen wir, auch um die Akkus zu laden und viielleicht Brot und Diesel zu kaufen. Aber daraus wurde nichts. Wir genießen graved Lachs auf Knäcke im Restaurant Tollgarden.
Bis Umea reciht der andere Brennstoff noch.

Messung der Landhebung

Übrigens haben wir mal wieder die Elektroheizung und ich lange Unterhosen an. Ein skandinavischer Sommer?

Rathaus Umea
Tulpenblüte ist vorbei

Gipfelstürmerei (an den Nebeneingängen zur Mittelerde)

26.06.-30.06.2017

Die Sichtung des Schreins der Fahrtensegler wird gleich nach dem Anlegen in Haparanda-Hamn  vorgenommen, die Huldigung in Form des Aufhängens der Poeler Flagge im Fahrtenseglertempel erst nach einem Mahl aus Königsberger Klopsen und finnischen Kartoffeln. Naturlich ist es beeindruckend, es bis hierhin geschafft zu haben und nun dazu zu gehören. Nach der MOMO und der im Hafen liegenden ALBATROS das dritte deutsche Boot in dieser Saison.

Abends tauschen wir mit der ALBATROS, einem mit 8 Mann gefahrenem Vereinsschiff aus Glücksstadt, noch Seemannsgarn aus.

Bei leichtem Niesel, Temperaturen um 9° und raumen Wind 3-4 Bf. legen wir mit dem Ziel Rentsskär/Getskär ab. Zum Teil fahren wir nach Kartenplotter und weichen von den empfohlenen Fahrwassern deutlich ab, um den Wind optimal in den Segeln zu behalten.
Auf der Doppelinsel, der Nordteil heißt Gentskär, der Süden Rentskär, werden uns im Naturesservat eine Anlegebrücke, eine Holzofensauna, Feuerstelle und Trockenklo geboten. Zunächst Sägen und Hacken wir Holz und Heizen die Sauna an, die energetisch nicht allen EU-Richtlinien entspricht.

Anschließend unternehmen wir eine Naturstegwanderung, die zu einem eigenen Abenteuer wird. Wir vermuten zwischen den Inselhälften einen weiteren Nebeneingang zur Mittelerde.

Auf dem spärlich markierten Pfad, zwischen wucherndem Blaubeergestrüpp und Geröll verlieren wir die Orientierung aber nicht den Mut. Wir wissen, wir sind zum Glück auf einer Insel. Auf deren Südspitze liegt ein auf 5-8  m gehobenenes Fischerdorf aus dem frühen Mitelalter, einer kleinen Steinsetzung in Form einer Kompassrose, einem Labyrinth und den nicht mehr zu identifizierenden Grundmauern einer Kapelle.

Von da führt ein gangbarer Pfad zurück zum Anleger und wir stärken uns – allein auf dem Eiland – bei Thüringer Bratwurst, Kartoffeln und Sauna.

Bemerkenswert war, dass wir am Nordufer der 2×3 km großen Insel mehr angeschwemmten Plastik- und Metallmüll fanden, als wir zu zweit hätten tragen können.

Anderntags haben wir Sonnenschein und eine leichte Brise aus S. Wir nähern uns unter dem großen roten Spinnaker dem definitiv nördlichsten Punkt der Ostsee: Törehamn.

*
Aus dem Borderlautsprecher schallt „Die Fahrt der Black-Pearl“….und ich komme nicht umhin, auf die gelbe nördlichste Tonne der Ostsee überzusteigen. Wieder ein Meilenstein, obgleich wahrlich Gipfelstürmerei.

Abends essen wir auf dem Campingplatz Reendeergeschnetzeltes in Sahnesoße mit Preiselbeeren und gepressten Kartoffeln.
Heute nun spiegelglatte See. Und wir motoren nach Lulea, um zu tanken, eine nächste Seekarte „Bottenhavet Norra“ und Bargeld zu kaufen.
Ein Leben im Drei-Tages-Takt. Länger reicht das Wetter nämlich nicht.

Seewolf der Bottenvik

23.06.-26.06.2017
Ich bin immer noch auf der schönen Insel Tankar,  der Wind drehte heute morgen auf Nord und frischte auf. Das nenne ich eingeweht. Da blieb ich in der Koje liegen bis 10:00.


Später erreicht mich die Nachricht von den Wohnmobilfahrern, dass sie morgen Abend  zu Mitsommer sich mit mir in Kokkola treffen wollen. Ich bekomme dann mit Andreas wieder einen Mitsegler an Bord, der mich bis Stockhom begleiten wird während  Sylvia und Heidrun über Vaasa – Umea in den Süden fahren. Wenig später dann eine offizielle Windwarnung 12 m/s. So bleibe ich, mache meinem 4. Inselrundgang, gönne mir im einsamen Sommerrestaurant der Insel eine SALMON-SUP und  schwitze in der Holzofensauna. Abends werden dann die Probleme der Welt mit den nach und nach eintreffenden Mitsommergästen am Lagerfeuer gelöst und ich bekomme ein paar warme Wollsocken geschenkt.

Ein Zitat von Markus:
„Dein letzter Blog erinnert mich etwas an Jack London’s „Wolfsblut“: irgendwo in der Wildnis alleine gegen Kälte, Wind und Wölfe… Durchhalten👍“
Naja an Tieren hatte ich bisher nur einen Seehund, ein Reh, einen Hasen, eine Zecke, 7 Mücken, mehrere hundert Seevögel gesehen… aber die Stimmung trifft es vielleicht.
Markus: „Wie wäre es denn mal mit einem Seewolf???“

Am nächsten Tag in Kokolla will ich noch ein wenig shoppen und erlebe ein wahren Totentanz. Die Stadt ist wie ausgestorben. Überall Zettel GESCHLOSSEN, selbst der KONSUM-Supermarkt schmeißt mich 15:00 raus.
Mitsommer wird in den Familien gefeiert nur ein paar Teenis verwickeln mich in ulkige Jugendbrăuche.

Nach dem Grillen in Familie ziehen wir unter Motor mit der Havet durch das brackige Wasser der Bottenvik. 2 Bf. gegenan und eine Windwarnung von 12m/s aus Ost lassen uns bei 9° C dicht an der wunderschönen aber nach Osten ungeschützten Insel Maakala vorbeiziehen. Nach 66sm erreichen wir Raahe, wo wir den Komodore des Yachtklubs wegen der Serviceschlüssel für Dusche und Sauna rausklingeln.
Am Sonntag folgt ein Segeltag vom Feinsten: SO4 dann 5-6 lassen uns 61 sm bis Kemi durchfahren. Erst kurz davor schütteln wir das Reff raus und nehmen unmittelbar vor dem Hafen die Segel runter.

Kemi sieht aus, als wäre gerade Schnee geschoben. Auf Tulpen wurde verzichtet, aber die Apfelblüte auf dem Fiedhof war im Gange.

Für jeden Belang gibt es im quadratischen Kemi ein Fachgeschäft, mit einem interssiert aus dem Fenster starrenden Verkäufer. Die Menschen verharren in Langsamkeit im Stadtzentrum in der Nähe des größten Supermarkts
Wir genießen nach einem Liften über einen nostalgischen Aufzug auf dem Hochhaus der Stadtverwaltung das Lapplandpanorama.


 
Dann erklären wir die Stadtbesichtigung  der Partnerstadt Wismars für beendet und legen nach einem Plausch mit dem Hafenmeister ab. Übrigens waren wir das zweite deutsche Boot in diesem Jahr, vor uns nur die MOMO aus Kiel vor ca. 2-3 Tagen da. In Haapsaalu war sie mir noch 15 Tage voraus.
Wir sind zur Naturreservatinsel Selkä-Sarvi, dem letzten finnischen Grenzposten vor Schweden, überwiegend motort.
Das Gute: wir waren genau an der Wettergrenze. Wir hatten Sonne und 5sm weiter nördlich das Ufer hatte triefende Regenwolken.
Die Insel ist ein Kleinod. Wieder eine Steigerung zu dem Helsinkier Schärengarten und auch zu Ouraluoto,  Kummelskär und Tankar.


Haben mit einigen Finnen zusammengesessen, gegrillt und Alkohol zu unsgenommen. Sie haben uns viele Tipps zu den schönsten Ankerplätzen Schwedens gegeben. Für die haben wir bis Stockholm nun an die 4 Wochen Zeit.
Morgen werden wir den Tempel der Rund-Ostsee-Segler erreichen und unsere Insignien auf dem Altar der Wimpel und Flaggen darbieten: den Hafen mit dem klingenden Namen Haparanda-Hamn.

Der alltklug daherredende Guido von der Havet

Eingeweht auf Masskär und Tankar

16.06.-22.06.2017
Heute Morgen ist Markus von Bord, um über Tampere-Bremen mit Ryanair nach Hause zu fliegen. Zum avisierten Ablegen um 4:00 konnte ich mich aber nicht entschließen.

Auf See sieht man immer mal einen Angler, Segler hingegen nicht. So komme ich mir mit dem Segelboot wie ein Fremdkörper vor. Der Wind weht leicht aus S, so dass ich es mit dem Spinnaker versuchen kann. Sobald ich dauerhaft unter 3 kn bin, muss der Jockel ran.

Die finnische Westküste ist geprägt von Industrieanlagen, Kern- und Kohlekraftwerken, Schwimmkranen, die riesige Windkraftanlagen errichten. Ich wähle das Außenfahrwasser, will Abstand gewinnen und in die unendlichen Weiten des Nordens vorankommen. Seit Tallin war mehr oder weniger Müßiggang angesagt. So habe ich nach 49 sm auf der wunderschönen Insel Ouralouto, einem ehemaligen Grenzposten, festgemacht. Eine Schulklasse hatte hier heute Projekttag, mir die Sauna offen gelassen und mich obendrein mit selbstgekochter SALMON-SUP versorgt. Morgen habe ich vor, zu einer ähnlich schönen Insel Gåshällan zu fahren (50sm). Ich muss mit Energie und Wasser haushalten. Allerdings warnen mich die vorlauten Teenis schon: spätestens nächstes Wochenende zur Sommersonnenwende wird es voll und außerdem beginnen die Ferien.

Rechtzeitig lege ich Samstag ab und kann bei achterlichem Wind 2/3 der Strecke unter dem leuchtend roten Spinnaker zurücklegen. Leider entpuppt sich der 20:45 erreichte Naturhafen als Enttäuschung. Der Steg ist nicht mehr ausgelegt und es steht Schwell. So motore ich weiter, bis ich 23:00 einem empfohlenen Ankerplatz erreiche. Es dauert bis ich „runterkomme“  und einschlafen kann. Hier wird es gar nicht mehr dunkel. So lasse ich am Sonntagmorgen den kräftigen Regen durchziehen, nehme erst gegen 10:00 Anker auf und kann gemächlich nach Norden segeln. Ich kann mal wieder einen Hafen gebrauchen: Akku aufladen,  tanken, duschen ..

Kein AIS Signal. Wozu die Einhandflagge?
Ich fahre mit der Windfahnensteuerung, die mich aus dem Kurs bringt weil der Wind zurück auf Süd dreht und ich ein Nickerchen gemacht habe.  Ich träume mittlerweile Sache, die 20 oder 30 Jahre zurückliegen.

Als der Wind mittags auffrischt, schieße ich mit 6 kn durch das Schärenfahrwasser der Vaasa-Schären. Das Großsegel habe ich mittlerweile runtergenommen. Nach 42 sm in Vaasa angekommen, bin ich übrigens das 6. deutsche Boot hier in diesem Jahr. Anfang Mai war hier noch Eis.

Ich erledige das Bunkern und Wäschwaschen und kaufe mir noch Schwedische Seekarten für den Rückweg. Abends gehe ich mal wieder einen Burger essen. Ich schaue aus dem Restaurantfenster und sehe, dass die Narzissen am Verblühen sind. Sag mir wo die Tulpen sind, wo sind sie geblieben?

Am Montag bin ich erst mittags abgelegt zur Insel Kummelskär.  Die Sonne geht erst  23:50 unter. Dunkel wird es gar nicht. Die Insel gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe der Kvarks. Einzeigartig sind die Landhebungen dargestellt. Die Reste eines Fischerdorfs aus dem 15. Jh liegen jetzt mitten im Wald auf einem Hügel.

Von Kummelskär geht es sehr früh weiter nach Masskär. Die nächsten Tage werden unbeständig und der polare Wind kommt aus Norden. Da will ich hin. Südlich von mir zieht ein größeres Regengebiet durch und auf den Alands soll es winden. Hier ist es bedeckt bei 11 Grad. Auf Masskär soll es Strom und Sauna geben.
Und Menschen.

Masskär st der Vorort von Pietesaari und hat neben der zum Hostel umgebauten Lotsenstation 57 Möckis. Ich habe die Insel erkundet, eine Zecke und ein paar wenige Mücken gesammelt. Für mich wurde abends extra die Sauna angemacht.
Am Mittwoch habe ich mittags – als der Starkwind vorbei war – abgelegt und bin nun auf der Lotseninsel Tankar. Mitsommer ist kalendarisch heute,  wir leider erst am Freitag gefeiert, aber schon mal die Holzofensauna angeheizt.
Toll hier. Es gibt immer noch eine Steigerung der schönsten Finnischen Insel. Morgen nehme ich mir sobald der kalte Windnachläßt  Ohtakari auf dem Festland vor.
Die Finnen an sich werden mir immer sympathischer…

Ganz in der Nähe der Insel Tankar soll der Eingang zu Tolkiens Mittelerde sein: